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Jyotish – Eine Einführung in die vedische Astrologie

Die vedische Astrologie hat ihren Ursprung in den Veden, den heiligen indischen Schriften, die vor mehr als 5000 Jahren in Sanskrit verfasst wurden. Auch die Schwesterwissenschaften Yoga, Ayurveda und Vastu Vidiya (die vedische Baukunst) entstammen demselben Ursprung und alle haben bis heute nicht an Aussagekraft und Aktualität verloren.

Der Sanskritname für die vedische Astrologie lautet Jyotish, was übersetzt „die Wissenschaft vom Licht“ bedeutet – das Licht, das uns im übertragenen Sinne auf dem Weg zu Selbsterkenntnis begleitet.
Im vedischen Horoskop finden die individuellen planetaren Konstellationen zum Zeitpunkt unserer Geburt ihre grafische Darstellung. In der Einzigartigkeit des Geburtshoroskopes erschließt sich dem Astrologen der „Fingerabdruck der Seele“ des Klienten und bietet eine klare Darstellung der Persönlichkeitsstruktur.

Mit Hilfe der ausschließlich in der vedischen Astrologie verwendeten Techniken und Berechnungsmethoden ist es möglich, Planeten- bzw. Lebensphasen zeitlich einzugrenzen und sich so auf besonders günstige – aber auch auf herausfordernde – Lebensabschnitte vorzubereiten. Hierbei ist das Ziel, Chancen zu erkennen und zu nutzen und schwierige Zeiten zu meistern, Klarheit zu erlangen und für sich selbst die bestmöglichen Entscheidungen zu treffen.

Der Klient lernt sich durch die Deutung des Horoskops besser kennen, um mit dieser Unterstützung seine Persönlichkeit zu entfalten und das eigene Potential zu entwickeln.

Vedische Astrologie – westliche Astrologie
Der größte Unterschied zwischen der vedischen und der westlichen Astrologie besteht darin, dass beide unterschiedliche Tierkreissysteme verwenden. Die westliche Astrologie arbeitet mit dem tropischen Tierkreis, dessen Beginn 0° Widder bzw. die Frühlings-Tagundnachtgleiche ist, die in jedem Jahr um den 21. April herum stattfindet. Die vedische Astrologie hingegen bezieht sich auf den siderischen Tierkreis, der die Beziehung der Planeten zum Fixsternhimmel zugrunde legt. Im Jahr 285 v. Chr. stimmten beide Tierkreise noch überein – mittlerweile haben sich die beiden Tierkreise durch die Neigung der Erdachse erheblich voneinander entfernt, was in der vedischen Astrologie berücksichtigt wird. So kommt es, dass zum Beispiel jemand mit einem westlichen Aszendenten Löwe vedisch zum Krebs oder eine Fische-Sonne zum Wassermann werden kann

Sternzeichen, Häuser und Planeten
Wie die westliche Astrologie arbeiten wir mit 12 Häusern, den Tierkreiszeichen von Widder bis Fische und den Planeten Sonne, Mond, Mars, Merkur, Venus, Jupiter und Saturn sowie den aufsteigenden und absteigenden Mondknoten, Rahu und Ketu genannt, die insbesondere über karmische Aufgaben Aufschluss geben. Die äußeren Planeten Uranus, Pluto und Neptun werden in der vedischen Astrologie nicht berücksichtigt.

Die Bedeutung des Mondes
Oft wird betont, dass die vedische Astrologie eine Mondastrologie ist. In der Tat wird der Position des Mondes eine große Rolle zuteil und es gibt zahlreiche Techniken, die, basierend auf der Mondstellung maßgeblich zur Feindeutung des Horoskopes beitragen. So gibt es u.a. zusätzlich zu den Häusern, die bestimmten Lebensbereichen und -themen zugeordnet werden, 27 Mondabschnitte (die Nakshatras), die die Qualitäten der Planeten noch differenzierter darstellen.

Die Vielfältigkeit der vedischen Astrologie
Die vedische Astrologie bietet eine Fülle von Interpretationsinstrumenten, die in der westliche Astrologie nicht zu finden sind. Damit sind der vedischen Astrologie sowohl eine große Deutungs- als auch eine Prognosesicherheit gegeben. So gibt es z. B. das Dasa System, das Aussagen über bestimmte Lebensabschnitte treffen kann, die Vargas – Unterhoroskope für zahlreiche Lebensthemen (Partnerschaft, Eltern, Beruf, spirituelles Streben und vieles mehr) – und die einmaligen Berechnungsmöglichkeiten des Muhurta – die Wahl des bestmöglichen Zeitpunktes für ein Vorhaben. Egal ob Eheschließung, Geschäftsgründung, Neubeginne aller Art: man macht es nicht „einfach so“, sondern man bemüht sich darum, den bestmöglichen Zeitpunkt im Einklang mit dem Kosmos zu finden und zu nutzen.